Feierliche Inbetriebnahme der leistungsstärksten Elektrolyse in Hamburg-Reitbrook

 

Am 15. Oktober wurde in Hamburg-Reitbrook vor nationalen Vertretern der Presse und der Forschung die im Verhältnis zu ihrer Größe weltweit leistungsstärkste PEM-Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff aus regenerativen Stromquellen feierlich in Betrieb genommen. An diesem vielversprechenden Ansatz der Umwandlung von Strom in Gas „Power-to-Gas“ wird weltweit geforscht.

Die Firma Elpro mit dem Geschäftsbereich „Öl & Gas“ war im Auftrag der E.ON Gas Storage GmbH an der Realisierung und Inbetriebnahme der Anlage beteiligt. Die Aufgaben für das Projektteam und den Projektleiter Dr.-Ing. Ralf Kretzschmann bestanden darin, den ersten Prototypen der PEM-Elektrolyse zusammen mit den weiteren verfahrenstechnischen Komponenten (z.B. Gasqualitätsmessung, Einspeisungssystem) in ein Stationsleitsystem (Lieferumfang Elpro) zu integrieren. Eine besondere Herausforderung war dabei die software-technische Anbindung des Stationsleitsystems an mehrere Fernwirkanlagen, sowie die Integration eines speziellen E.ON internen Reporting- und Auswertetools PMeter.

Im Detail wird die PtG-Technologie mit dem Kernstück der PEM-Elektrolyse genutzt, um unter Einsatz regenerativen Stroms Wasserstoff zu produzieren und dem Erdgasnetz zuzuführen. Der grüne Wasserstoff  steht dann verschiedenen Marktsektoren wie Strom, Mobilität, Wärme und Industrie zur Verfügung. Ein weiterer Ausbauschritt wäre die Methanisierung, um aus Wind- und auch Solarenergie Methan als Hauptbestandteil des Erdgases zu erzeugen. Somit ist die PEM-Elektrolyse momentan Gegenstand der aktiven internationalen Forschung. Einen wesentlichen Schwerpunkt bilden nun die Erfahrungen, die mit der Anlage in Hamburg-Reitbrook gesammelt werden können.

Die PEM zeichnet sich durch Ihre Kompaktheit aus. Das Herzstück ist der Stack mit seiner geringen Größe von 55cm x 70cm x 90cm. Daher kann die gesamte PEM-Anlage mit einer beachtlichen Leistung von 1,5 Megawatt und einem Wirkungsgrad von ca. 80% am Stack in einen Übersee-Container platziert werden. Die Technologie ist technisch ausgereift, die Hürden liegen in den geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen.

Das gesamte Investitionsprojekt beträgt 13,5 Mio. € und erhält eine öffentliche Förderung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Namhafte Vertreter im Konsortium sind E.ON Gas Storage GmbH und HanseWerk AG, Hydrogenics GmbH und SolviCore GmbH sowie die Forschungseinrichtungen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. und das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme.